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Ich bin gern katholisch. Da möchte ich gar nicht drumherum reden. Ich bin zu Hause in meiner Kirche. Sie ist meine Heimat.

Vielleicht liegt es daran, dass ich zutiefst Familienmensch bin. Die Familie ist ja – wenn wir Glück haben – der Ort, an dem wir ganz selbstverständlich einfach der sein können, der wir sind. Ich muss mich nicht verstellen, mein Wert in der Familie hängt nicht von den Leistungen ab, die ich erbringe, sondern ich bin ganz ohne Diskussion Teil dieser Gemeinschaft, von der ich weiß: sie ist für mich da, so wie sie von mir weiß: ich bin für sie da. Hier gehöre ich hin.

Diese Erfahrung habe ich in den vergangenen Wochen ganz oft machen können, was ich als riesiges Geschenk empfinde. Ich hatte das Glück, für zwei Wochen in die USA zu reisen, erst nach Kalifornien, dann nach Boston. Um nicht immer „nur“ mit meinem sog. Messkoffer die hl. Messe zu feiern, war ich sonntags in Kalifornien (Newport Beach) in einer Pfarrei, um mit den Leuten von dort gemeinsam die Messe zu feiern. Als Gastpriester habe ich mit dem Pfarrer konzelebriert. Und ich bin unglaublich herzlich empfangen worden. An sich wildfremde Leute mit einer anderen Sprache und aus einer anderen Kultur haben mir gezeigt: du bist einer von uns und gehörst dazu. Familie eben.

In Boston habe ich in dem dortigen Priesterseminar gewohnt, St. John’s Seminary. Und auch hier die gleiche Erfahrung: die Priester und Seminaristen von dort waren nicht nur einfach gastfreundlich, sie haben nicht nur die Kultur der Gastfreundschaft gepflegt, sondern es war mehr: sie haben sich als echte Mitbrüder erwiesen. Ich bin katholischer Priester, sie sind es (oder wollen es zumindest werden), deshalb sind wir eben nicht nur nett zueinander: wir sind eine Familie.

Als Katholik gehöre ich zu einer Familie, die überall auf der Welt dieselbe ist, bei allen Unterschieden, die es natürlich auch gibt. Ich habe gemerkt: wir ticken gleich…

Heißt das, Schwierigkeiten oder Fehler dieser Familie zu ignorieren? Sicherlich nicht. Es heißt nur, trotz aller Schwierigkeiten, die es ja auch in jeder Familie gibt, grundsätzlich zu wissen: hier gehöre ich hin, und das ist gut so!

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