Schlagwörter

, ,

Vor einigen Wochen habe ich einen alten Bekannten getroffen, Professor für Philosophie an der Loyola Marymount University in Los Angeles. Und der hat etwas erzählt, das vielleicht auch für die Fastenzeit interessant sein kann: verhaltenspsychologische Studien hätten ergeben, dass es etwa 30 Tage dauere, Gewohnheiten zu ändern, also sich etwas an- oder abzugewöhnen – natürlich nur, solange es keine allzu große Sache ist, die man ändern möchte.

(Fairerweise muss ich einschieben, dass nicht alle Studien diese Zeitdauer angeben, manche meinen auch, es dauere etwa 60 Tage, z.B. dieser Artikel hier. Aber wichtig ist doch, dass sich Gewohnheiten offensichtlich ändern lassen – und zwar in einem überschaubaren Zeitrahmen!)

Es ist hoffentlich klar, weshalb ich diese Erkenntnis hilfreich für die Fastenzeit finde. Gestern haben wir über die 40 Tage der Umkehr gesprochen, von denen in der Bibel so oft die Rede ist. Und diese Zeitangabe ist sicherlich nicht zufällig entstanden: in ihr drückt sich die tiefe Erfahrung des Gottesvolkes und die Weisheit seines Gottes aus, dass es eben so lange dauert, um sich dauerhaft zu ändern und zu bessern.

Weshalb nicht das als Anregung nehmen für einen kleinen Fastenvorsatz, der vielleicht auf diese Weise sogar über die Fastenzeit hinaus tatsächlich unser Leben dauerhaft verbessern kann? Denn so gut es ist, nicht zu rauchen, nicht zu trinken, nicht zu naschen, oder was auch immer – davon bleibt ja meistens doch nur allzu wenig übrig.
Weshalb also nicht eine kleine Gebetseinheit in unseren Alltag einführen, die es dort vorher nicht gab? Ein Morgengebet? Ein Abendgebet? Das Tischgebet? Den regelmäßigen Blick in die Bibel?
Weshalb nicht auch an einer schlechten Gewohnheit arbeiten, die mich selbst und andere ohnehin nur stört?
Es gibt sicherlich Möglichkeiten genug, wenn man seine Phantasie mal ein bisschen anstrengt.

33 Tage haben wir noch – das reicht zumindest für eine kleine Sache. Damit wir nach der Fastenzeit ein bisschen anders ticken als zuvor!

Advertisements