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Die Wochen vor Ostern sind jedes Jahr für zehntausende Kinder aufregend. Weil es nämlich auf die Erstkommunion zugeht. Genannt „Kommion“ – wobei es so viele Schreibweisen gibt, wie es Kinder gibt, das lehrt uns die Grundschule. Manche Erwachsenen stellen sich allerdings die Frage:

Meine Nichte hat dieses Jahr Erstkommunion. Was ist daran eigentlich so besonders? Schön, die Kinder gehen zum Abendmahl. Ich bezweifle aber, dass sie da Jesus besser kennenlernen. Ist das nicht alles nur Theater?

Es ist im Grunde die Frage nach dem Sakrament der Eucharistie. So lautet bei uns der eigentliche Ausdruck für die Kommunion. Das Fremdwort kommt aus dem Griechischen und bedeutet ganz einfach Danksagung. Aber für was? Was ist das für ein Sakrament?

Als Katholiken glauben wir, dass sich in der heiligen Messe („Abendmahl“ sagt man eigentlich nur im evangelischen Raum), während der Wandlung Brot und Wein auf dem Altar in Leib und Blut Christi verwandeln. Das geschieht während der sogenannten Einsetzungsworte, die deshalb das zentrale Ereignis in jeder Messe sind:

Nehmet und esset alle davon. Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird. –
Nehmet und trinket alle daraus, das ist der Kelch des neuen und ewigen Bundes, mein Blut, das für euch und für alle vergossen wird, zur Vergebung der Sünden. Tut dies zu meinem Gedächtnis.

Wir sind überzeugt, dass in Brot und Wein Christus jetzt leibhaft gegenwärtig wird unter uns. Natürlich sind wir dabei nicht bescheuert: es ist uns klar, dass sich Brot und Wein rein physikalisch nicht verändern. Sie schmecken, riechen, sehen aus und wiegen vor der Wandlung so viel wie danach. Aber einen Unterschied gibt es eben doch: auf die Frage „Was ist das?“ antworten wir jetzt nicht mehr mit „Das ist etwas“, sondern mit „Das ist jemand“. Was vorher nur Brot und Wein war, ist jetzt jemand, nämlich Jesus selbst, der lebendig unter uns ist. Wie das gehen soll? Ganz ehrlich: keine Ahnung – deshalb sagen wir auch direkt nach der Wandlung immer „Geheimnis des Glaubens“. Wir wissen nur: für Gott ist nichts unmöglich! Wenn er Mensch werden konnte – dann kann er auch Brot werden, sozusagen. Und wir glauben Jesus, wenn er sagt: „Das ist mein Leib für euch“ (1 Kor 11,24). Auch das Staunen gehört eben zum Glauben…

Warum ist es uns denn so wichtig, dass Gott nicht nur Mensch geworden ist, sondern dass er eben auch in der Eucharistie genau so real anwesend ist? Weil wir sonst ja von dieser Menschwerdung heute überhaupt nichts mehr hätten! Die Menschen, die nach Jesus leben, würden Gott nicht anders begegnen als die Menschen, die vor Jesus schon gelebt haben, nämlich nur „im Geiste“. So aber leben wir in dem Bewusstsein: in Christus begegnen die Menschen Gott selbst – und in Brot und Wein der Eucharistie begegnen wir diesem Christus. Das Wort Gottes an uns Menschen ist „Fleisch geworden“ (Joh 1,14) – und dieses fleischgewordene Wort begegnet uns heute als das „Brot des Lebens“ (Joh 6,48).

Als Brot des Lebens bleibt Christus immer bei seiner Kirche, als Sakrament. Daran liegt uns unendlich viel. Denn es führt uns etwas wichtiges vor Augen: Gott begegnet uns nicht nur als Gegenüber, der scheinbar Unmögliches von uns verlangt („Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“) – sondern er begegnet uns auch als der, der uns stärkt für diese Aufgabe. Er ist zugleich das Ziel und die Wegzehrung, die uns zu diesem Ziel bringt.
Deshalb ist es für uns so etwas besonderes, wenn unsere Kinder das erstemal diese Wegzehrung empfangen. Wenn sie das erstemal Jesus selbst in sich aufnehmen, um durch ihn für ihren Lebens- uns Glaubensweg gestärkt zu werden. Wir ticken eben so, dass wir uns darüber freuen! In der Kommunion schenkt uns Gott sich selbst – unser Dank für diese Hingabe ist so groß, das wir das ganze Sakrament danach benannt haben: Dankbarkeit – Eucharistie.

PS: Um auch noch was für die Allgemeinbildung zu tun: Wer oder was ist nochmal ein Tamtam?

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