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Man kann da schon leicht den Überblick verlieren – was es nicht alles für Leute gibt in der Kirche: Erzbischof und Weihbischof, Priester und Kardinal, Diakon, Monsignore und Prälat. Wer soll da noch den Überblick haben?

Gestern war ich in Köln bei der Bischofsweihe von […] Weihbischof Schwaderlapp. Es hat mir sehr gut gefallen. Als ich einem Freund danach den Unterschied zwischen einem Priester und einem Bischof erklären sollte, wusste ich nicht so richtig Bescheid. Ich habe einfach gesagt: ein Bischof darf mehr… Ist das richtig?

Im Grunde schon. Wenn es natürlich auch ein bisschen vereinfacht ist. Für uns Katholiken – darüber haben wir ja schon ein paarmal geredet – sind die Sakramente ganz wichtig. Sie bringen uns in Kontakt mit dem menschgewordenen Gott. Was Jesus den Menschen zu seiner Zeit Gutes getan hat, das tut er auch an uns in den Sakramenten, so können wir es kurz sagen. Nach seiner Auferstehung hat er den Aposteln die Vollmacht übertragen, in seinem Namen und als sein Werkzeug seine eigene Sendung in der Welt fortzuführen.

Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sprach zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist! (Joh 20,21-22)

Wir haben das schonmal zitiert vor einigen Wochen. Jesus hat die Apostel nicht nur einfach berufen, den Menschen von ihm zu erzählen, sie sollten ihn auch vermitteln. Durch die Hand der Apostel, durch das Tun der Apostel handelt Jesus weiter an seinem Volk, also an uns.
Das setzt natürlich voraus, dass auch in unseren Tagen noch solche Apostel existieren. Schon als Judas durch seinen Verrat und Tod aus dem Kreis der Apostel ausgeschieden war, haben sich die übrigen elf gedacht: „So kann’s nicht weitergehen. Wir brauchen einen Nachfolger!“ Deshalb haben sie den Matthias in ihre Reihe aufgenommen (kann man in der Apostelgeschichte nachlesen, im 1. Kapitel, 15-26). Das Amt des Apostels musste auf jeden Fall in der Kirche weiterbestehen. Schließlich sagen wir auch im großen Glaubensbekenntnis: „…und an die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche“. Apostolisch ist die Kirche, weil sie auf das Zeugnis der Apostel gegründet ist. Und apostolisch bleibt die Kirche, weil in ihr das Amt der Apostel weiterbesteht; nämlich im Bischofsamt. Deshalb ist eine Bischofsweihe für uns ein ganz besonderes Ereignis.

Ein paar Elemente der Bischofsweihe verdeutlichen das:

Ein Bischof wird nie nur von einem Bischof geweiht, sondern es müssen mindestens drei sein. Warum? Ganz einfach, weil ein Bischof aufgenommen wird in das Kollegium der Bischöfe, in die Gemeinschaft der Bischöfe. Zusammen haben sie die Hirtensorge über Gottes Volk anvertraut bekommen. Allein kann keiner von ihnen wirken.

Während des Weihegebetes wird dem neuen Bischof das Evangelienbuch über den Nacken gehalten, wie ein Joch. Das soll bedeuten, dass der Bischof verpflichtet ist, sich ganz, mit Haut und Haaren, einzusetzen für die Verkündigung der frohen Botschaft. Er vermittelt eben nicht sich selbst, sondern wirkt als Werkzeug Jesu. Er muss Christus vermitteln. Das ist die Verpflichtung, unter der er steht, wie schon die Apostel vor ihm.

Dann bekommt er einen Ring an den Finger gesteckt, fast wie bei einer Hochzeit. Das ist auch das große Symbol: Christus ist in der Bibel der Bräutigam seiner Braut, der Kirche. So wie ein Bräutigam ganz da ist für seine Frau, so ist Jesus für uns da und so soll auch der Bischof für die Kirche da sein. Denn Jesus will ja durch den Bischof da sein für uns.

Noch einmal: „Empfangt den Heiligen Geist. Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch!“ Das ist die kurzgefasste Theologie des Weihesakramentes in der katholischen Kirche. Der Bischof empfängt die Fülle der Weihgnade und darf deshalb alle Sakramente spenden. Weil aber auch schon die Apostel in der wachsenden Kirche nicht mehr alles alleine machen konnten, haben sie sich Helfer gesucht, die je nach ihrer Aufgabe selbst auch einige Sakramente spenden konnten. Die Priester und Diakone sind die Helfer, die die Nachfolger der Apostel heute noch haben, weil auch sie nicht mehr alles alleine machen können. Priester und Diakone sind also nicht Nachfolger der Apostel, sondern Helfer der Apostelnachfolger. Nur in Verbindung und im Auftrag ihres Bischofs dürfen sie Sakramente spenden, und auch dann nicht alle. Das Weihsakrament kann immer nur ein Bischof spenden.

Wer die Aufzeichnung der Bischofsweihe in Köln sehen möchte, kann das hier tun.

Die Predigt von Kardinal Meisner gibt es hier.

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